Berichte über Reisen in fremde Länder

Philippinenreise 1994
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Philippinenreise 1994
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Philippinenreise 1994

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Die Bilder sind mit einer Canon EOS 500 auf Kodak Kodachrome 64 entstanden, und wurden auf Kodak PhotoCD übertragen.


Philippinen Reiseunterlagen1995 haben wir uns entschlossen, über Weihnachten und Neujahr auf die Philippinen zu fahren. Jänner ist die beste Reisezeit für die Philippinen, das ist kurz nach der Regenzeit, und es ist in der Nacht angenehm kühl.

Meine Frau wollte wieder einmal nach Hause, und ich wollte meine Schwiegereltern und das Land meiner Frau kennenlernen. Nachdem ich mein Motorrad zu einem guten Preis verkaufen konnte, war die Finanzierung gesichert, und wir haben bei der Air France den Flug gebucht.

Wir sind dann in Paris umgestiegen, am Himalaya vorbeigeflogen (mit ziemlichem Abstand, aber es war ein beeindruckendes Schauspiel), in Hong Kong zwischengelandet und nach einem Reisetag am 23. Dezember abends in Manila angekommen.

 

 

Elternhaus in Crusher Bigte

Nino Aquino Airport liegt praktisch mitten im Stadtteil Paranaque, wenn man aus der Ankunftshalle herauskommt empfängt einem das pralle Leben Asiens, samt 80% Luftfeuchtigkeit und 20% Dieselschwaden. Meine Schwiegereltern hatten ein Fahrzeug organisiert, vor Weihnachten war aber alles auf den Beinen und wir haben für die sechzig Kilometer quer durch Quezon City vier Stunden gebraucht.

 

 



Gegrillter FischAm nächsten Tag - nachdem uns die allgegenwärtigen Hähne geweckt hatten - habe ich begonnen die nähere Umgebung zu erforschen. Die Eltern meiner Frau leben in Bigte, das ist ein kleines Dorf etwas nördlich von Quezon City, in der Nähe des Angat Rivers. Es gibt dort einen Markt, einen Basketballplatz In der Nähe gibt es eine Zementfabrik, deren Sprengungen durchs Tal hallen. Abends stehen Händler am Rand der "Hauptstraße", die Gegrilltes verkaufen.




 

 

See unterhalb der Staumauer in Hilltop, BulacanWir fahren auch nach Hilltop, das ist hinter Bigte in den Bergen. Oben gibt es einen Stausee mit mehreren Dämmen und einem Kraftwerk zur Wasser und Stromversorgung Manilas. Die Gegend ist Sperrgebiet, an der Straße sind Wachen mit rostigen Pump-guns postiert, aber ein Verwandter ist in einem Dorf oben Bürgermeister, also bekommen wir eine Sondererlaubnis.

 

 

 

 

 

 

Haus in Hilltop, geflochtene Wände Die Häuser oben sind klein und noch fast in der ursprünglichen Bausweise hergestellt, mit geflochtenen Wänden aus Bananenblättern. Nur die Dächer bestehen aus Wellblech.


 

Leben und Arbeiten auf den Philippinen

 

In der Nudelfabrik in Crusher Bigte, BulacanNudelfabrik

Nachdem ich auf den Philippinen bei Verwandten Urlaub gemacht habe habe ich die Möglichkeit gehabt, in den Philippinischen Alltag einzutauchen. Mein Schwager arbeit in einer kleinen Nudelfabrik, zwei Häuser von Zuhause entfernt. Nudeln herzustellen geht nur bei trockenem Wetter, schließlich muß der geschnittene Teig auch trocknen. Fabriziert werden hier übrigens Reisnudeln und Glasnudeln.

Die Dame links im Bild ist übrigens die Mutter der Ehefrau meines Schwagers.



Kleiderfabrik

Baumwollballen in der KleiderfabrikDie Gattin meines Schwagers arbeitete als Näherin inNäherei einer Fabrik etwa 30 Kilometer von Bigte entfernt, und sie konnte eine Exkusrion organisieren. In der Fabrik wurden unter anderem Kleider und T-Shirts für den Otto-Versand hergestellt. 500 Frauen sitzen an den Nähmaschinen, oder schneiden die Stoffe zu 50 Lagen gleichzeitig zu. Dazu gibt ein paar Männer, die dafür sorgen das der Generator läuft, und zwei chinesische Chefs (einer leitet die Produktion, der andere macht den Vertrieb). Fünf Tage in der Woche wird von 8 bis 18 Uhr gearbeitet, am Samstag nur halbtags. Die beiden Eigentümer haben damals über die Konkurrenz aus Vietnam geklagt, die um die Hälfte produziert, die Fabrik ist ein paar Jahre später in Konkurs gegangen.

Gasoline GirlsGasoline Girls


Das wir an der Tankstelle junge Frauen unseren Jeepney betankt haben war für mich sehr ungewöhnlich.

Auf den Philippinen Arbeit zu finden ist nicht einfach. In den Stellenanzeigen wird nach einem Universitätsabschluß, zehn Jahren Praxis, aber nicht älter als 25 gefragt. Viele Filipinos arbeiten daher im Ausland, als Hausangestellte und Kindermädchen in Singapur oder Hong Kong, als Matrosen oder als Mechaniker und Bauarbeiter in Saudiarabien.

 



Sari Sari StoreEine Möglichkeit am Land Geld zu verdienen ist einen Sari-Sari store (ein Gemischtwarenladen) zu kaufen. Oder als Tricycle-fahrer den Nahverkehr zu bedienen.

 

 

 

 

 




Spanisches Fort Santiago, ManilaManila ist nur ein Teil des Städtekonglomerates in der Mitte der Philippinischen Hauptinsel Luzon. Tatsächlich ist Manila längst mit der Millionenmetropole Quezon City und anderen Städten im Umkreis zusammengewachsen. In Manila gibt es das alte spanische Fort Santiago zu besichtigen, eine Insel der Ruhe inmitten des Trubels, dazu ein paar Bauten der spanischen Altstadt.



Squatters in Manila



Biegt man falsch ab, steht man inmitten einer Squattersiedlung, den aus Brettern zusammengenagelten Behausungen von Landflüchtigen.







Kathedrale Iglesia ni Christo


Kommt man von Norden über Fairview nach Quezon city, ist die riesige pistaziengrüne Kathedrale der Iglesia ni Christo nicht zu übersehen. Derartige Kirchen findet man in gleicher Farbe und Formgebung praktisch in jedem Dorf Luzons.


 

 



Philippinische InselfähreWir fahren nach Romblon! Romblon ist die Insel, von der meine Schwiegereltern stammen, und die wollen wir besuchen. Eine Cousine lebt mit Ihrer Familie auch dort. Wir buchen also eine Passage auf einer der Inselfährenund fahren am späten Nachmittag vom North Harbour in Manila weg.


Am nächsten Morgen erreichen wir in Odiongan ein tropisches Paradies - grüne Kokospalmen säumen die Küstenlinie an einem glasklaren blauem Meer.



Spanische Kirche mit El Nino in RomblonOdiongan ist nur eine Zwischenstation, wir steigen eine Insel später aus: Romblon, die Hauptstadt der Insel Romblon in der Provinz Romblon. Die Insel hat keinen Flugplatz, daher gibt es hier keine Touristen (Das hat sich in der Zwischenzeit geändert, hier findet sich eine Tauchbasis in Romblon). Die Stadt besitzt ein kleine Hotel (aus Marmor erbaut, nachdem es auf der Insel Marmorvorkommen gibt), ein kleines spanisches Fort, daneben einen japanischen Bunker und eine spanische Kirche, die von jeder Ecke der Stadt innerhalb von fünf Gehminuten erreichbar ist. Berühmt ist die Kirche für "El Nino", einer kleinen, Wunder wirkenden Statue.




Palmen und Meer in RomblonRomblon erstreckt sich etwa 10 Kilometer in Nord-Süd-Richtung und 5 Kilometer von Osten nach Westen. Die Bewohner leben vor allem von der Marmorindustrie, es werden Kacheln, Tischplatten, Aschenbecher und Namensschilder aus dem Stein hergestellt.



Die Strände sind mit dem Tricycle erreichbar und bieten kaum Infrastruktur, aber ein sauberes Meer und völlige Ungestörtheit. Ich konnte mir ein Motorrad ausborgen (nachdem Motorräder auf den Philippinen Nutzfahrzeuge sind, hat man einfach den Beiwagen vom Tricycle geschraubt) und bin an einem Vormittag rund um die Insel gefahren, vor allem um den im Reiseführer beschriebenen "alten Leuchtturm" zu besichtigen. Den Leuchtturm bei Apunan Point habe ich gefunden, er ist aber in der Zwischenzeit von einer japanischen Firma erneuert worden. Der Leuchturmwärter hat mich freundlich hereingebeten, und ich durfte auf den Leuchtturm hinaufklettern.

Leuchtturm Apunan PointLeuchtturm Apunan Point

Wir wollten uns den langen Heimweg mit der Fähre ersparen und haben ein "Banka" - ein Auslegerboot - gemietet, also ein Auslegerboot, um in ein paar Stunden zur nächsten Insel (Marinduque) mit einem Flugplatz zu gelangen, wo wir noch zwei Nächte in einem Resort verbracht haben. Ein Highlight dort war der Ausflug zu einer vorgelagerten Insel, den der Resortbesitzer für uns organisiert hatte. Wir waren schnorcheln, und haben in einem halben Meter Tiefe ein Korallenriff mit Fischen gesehen, die man nur aus Bildbänden kennt.

Banka, ein Auslegerboot


Lahar Wüste am Fuß des Pinatubo Vulkans Ein weiteres Ziel unserer Philippinenreise war Baguio, die Stadt in den Bergen. Die Reise dorthin führt von Manila über den Northern Highway Richtung Pangasinan. Die Autobahn ist mit Schlaglöchern übersäht, am Straßenrand spielen Kinder. Es geht über eine Ebene, jeder Fleck fruchtbares Land wird mit Reis bebaut. Rechts sieht man einen Vulkankegel, und links kommt der Pinatubo näher. Der Vulkan ist 1991 ausgebrochen, nachdem sich in der Nähe eine amerikanische Luftwaffenbasis befand (Clark Airbase bei Angeles City) war der Ausbruch gut vorhergesagt und beobachtet, daher gab es nur wenige Opfer zu beklagen. Die wirtschaftlichen Folgen waren trotzdem massiv, und die Regenfälle schwemmen jedesmal große Mengen an Lahar, einer Mischung aus Vulkanasche, Staub, Bims und Geröll, in die Ebene. Von Häusern sieht man nur mehr Mauerreste, Brücken wurden weggerissen. Wir fahren auf einer Sandstraße durch eine Mondlandschaft, am Straßenrand versuchen Menschen mit dem Verkauf von T-shirts Geld zu verdienen.
Spanische Kirche in Pangasinan

Wir fahren weiter durch Pangasinan, Richtung Dagupan. Mitten in der Provinz ein Dorf mit einer riesigen spanischen Kirche.






Golf von Lingayen am MorgenBei Dagupan erreichen wir den Golf von Lingayen und fahren weiter nach San Fabian, wo wir zur Hochzeit einer Freundin zu spät kommen. Dis Straße ist gesäumt von Fischteichen in denen Austern gezüchtet werden, in kleinen Unterständen werden die Austern ausgenommen und in Kübeln mit Wasser und Calamansi (einer Citrusfrucht) aufbewahrt. Wir übernachten in einem Resort an der Küste und fahren am nächsten Tag weiter Richtung Baguio.






 



Häuser in Baguio Bagio liegt in den Bergen im Norden Luzons. Die Stadt hat ein angenehm kühles Klima und war als Erholungsgebiet für die amerikanische Armee ausgebaut. Es gibt in der Stadt eine Menge guter und preiswerter Hotels, ein Baseballfeld, einen bekannten Tempel und einen sehenswerten Markt. Eine Weberei (Die "easter school of weaving") ist auch zu besichtigen, und es gibt günstigen Silberschmuck.

 

 

 

 

 



Lacatan Bananen am Markt von Baguio Webstuhl in der Easter school of weaving











 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Die Herstellung von JeepneysEin großer Teil des philippinischen Nahverkehrs wird mit Jeepneys abgewickelt. Urspünglich wurden dazu die von der amerikanischen Armee zurückgelassenen Jeeps umgebaut, heute werden Jeepneys in den Philippinen gebaut und mit einem japanischen 2L Dieselmotor versehen. Die Fahrgäste sitzen sich in zwei Längsreihen gegenüber, auf den jeder Sitzbank haben 7, 8 oder 9 Personen Platz (daher die Bezeichnung 7-seater, 8-seater und 9-seater), der Einstieg ist am Heck des Fahrzeuges. Bekanntester Fabrikant von Jeepneys ist Sarao. Jeder Jeepney wird vom Besitzer noch entsprechend umgebaut und ausgeschmückt.
Die Fahrzeuge stehen im Privateigentum und fahren auf einer Linie, für die eine Lizenz erworben werden muß. Die Linie ist auf der Seitenwand des Jeepneys angeschrieben. Es gibt keine fixen Haltestellen, Jeepneys halten bei Bedarf - heranwinken vom Fahrbahnrand oder mit einer Münze gegen das Blechdach klopfen reicht. Speziell bei Märkten halten Jeepneys oft in zweiter und dritter Spur. Jeepneys in BaguioDas Fahrgeld (ein paar Pesos) wird entweder von einem mitfahrenden Schaffner kassiert oder zum Fahrer durchgereicht.









Tricycle

 

 

Für kurze Strecken (einige hundert Meter) gibt es Tricycles, das sind japanische Kleinmotorräder (Hondas oder Yamahas mit 125cc) mit einem seitlich angebauten gedecktem Beiwagen aus Stahlrohr und Blech. Die Fahrwerksgeometrie wird nicht angepaßt, daher sind Tricycles nur mit Übung zu fahren.





 



http://www.pinoy.at ein Forum für Filipinos in Österreich

http://pilipinas.ch die Webseiten von Stefan Hollinger

http://www.vewa.net/hochzeit/ Hochzeit auf den Philippinen

http://www.exphil.de/ Wunderschöne Bilder von den Philippinen, und viel zusätzliche Informationen

http://www.mabuhay.ch/ Homepage von Andy Tanner

http://www.meistech.ch Umfassende Seiten zum Thema Philippinen von Charles Meister

 

 

 
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